Am 4. August reiste ich um 16:30 Uhr im 5-Sterne Hotel Alpenpalace in Südtirol an. Nachdem mir mein Zimmer gezeigt worden war, erhielt ich eine kurze Hotelführung sowie die wichtigsten Regeln, wie z. B. keinen Aufenthalt im Wellnessbereich, möglichst wenig Nutzung des Lifts und das Vermeiden von Aufenthalten in Bereichen mit vielen Gästen. Außerdem bekam ich meine Zimmerkarte und eine Mitarbeiteruhr, mit der ich Zugang zu verschiedenen Räumen wie der Küche hatte.
Mein erster offizieller Arbeitstag begann am 5. August. Zunächst durfte ich beim Eindecken der Tische zusehen und lernte meine Kollegen kennen. Die Zusammenarbeit war eine Herausforderung, da die meisten Italienisch sprachen und kaum Deutsch verstanden, doch dadurch konnte ich sprachlich viel lernen. Mittags aßen wir um ca. 11 Uhr, und meine Schicht dauerte bis 15 Uhr. Am Abend begann der Service deutlich stressiger: Man musste Bestellungen aufnehmen, Gänge koordinieren und genau wissen, welche Räume (Rose, Bauen, Palast, Vale) welchem Tisch zugeordnet waren.
In den folgenden Tagen entwickelte sich eine gewisse Routine. Oft begann meine Schicht schon um 8:30 Uhr, auch wenn im Dienstplan 10:00 Uhr stand. Mittagspausen nutzte ich zum Ausruhen, da die Abendschichten meist bis 22:30 Uhr dauerten. Am 8. August hatte ich meinen ersten freien Tag, den ich an einem kleinen See verbrachte. Auch später nutzte ich freie Tage, um nach Bruneck zu fahren oder meine Wäsche zu erledigen. Zu meinen täglichen Aufgaben zählten neben dem direkten Service wie Aufdecken, Eindecken, Servieren und Abservieren auch allgemeine Arbeiten im Restaurantbereich. Dazu gehörten unter anderem Staubsaugen, Boden wischen und Fensterbänke putzen, damit das Hotel jederzeit einen gepflegten Eindruck machte.
Besondere Highlights waren die Wochenenden: Jeden Samstag fand die Tiroler Nacht statt, bei der das Hotel festlich dekoriert wurde. An diesem Abend gab es wie immer ein Buffet, jedoch wurde im Gegensatz zu den anderen Abenden nur das Hauptmenü serviert, wodurch der Ablauf etwas entspannter war. Am Sonntag folgte jeweils die Gala Night, die für das Servicepersonal die größte Herausforderung bedeutete. Nach Fingerfood im Garten und musikalischer Begleitung durch Klaviermusik ging es in das Hotelrestaurant, wo ein Fünf-Gänge-Menü serviert wurde. Diese Abende waren besonders stressig, doch als Team meisterten wir sie erfolgreich.
Auch in den letzten Tagen bis zum 26. August blieb der Ablauf ähnlich: Frühschichten von 9:00–13:00 Uhr und Abendschichten von 18:30–22:30 Uhr oder länger, je nach Bedarf. An manchen Tagen musste ich einspringen oder Überstunden machen, die aber wieder mit Freizeit ausgeglichen wurden. Durch die Routine fiel mir die Arbeit mit der Zeit leichter, und ich konnte meine Aufgaben zunehmend selbstständig erledigen.
Rückblickend war die erste Woche die anstrengendste, da alles neu und ungewohnt war. Mit der Zeit gewöhnte ich mich jedoch an den Ablauf und fand eine gute Routine. Besonders positiv nehme ich aus dem Praktikum mit, dass ich meine Sprachkenntnisse verbessern konnte, viel über Teamarbeit im internationalen Umfeld gelernt habe und einen guten Einblick in die Abläufe eines großen Hotels erhalten habe. Insgesamt war es eine sehr lehrreiche und bereichernde Erfahrung.









