Zeitzeugengespräch – Lebendige Erinnerungskultur an der HLW FSB Weiz

Die Zeitzeugengespräche sind seit dem Jahr 2001 ein fester Bestandteil des Geschichteunterrichts an der HLW FSB Weiz und nehmen einen zentralen Stellenwert in der historisch-politischen Bildung unserer Schüler:innen ein. Die Auseinandersetzung mit den persönlichen Schicksalen von Opfern und Widerstandskämpfer leistet einen wichtigen Beitrag zur aktiven Erinnerungskultur unserer Schule.

Auch in diesem Schuljahr berichtete mit Frau Judith Ribic eine Zeitzeugin der zweiten Generation, Referentin des Vereins Lila Winkel, über die Lebensgeschichte ihres Vaters Ernst Reiter. Dieser leistete mit den Worten „Durch meine Hand wird keine Frau Witwe und kein Kind Waise“ Widerstand gegen das NS-Regime und wurde dafür in das Konzentrationslager Flossenbürg deportiert. Er überlebte die Haft, doch seine Erfahrungen prägten sein weiteres Leben ebenso wie das seiner Familie nachhaltig.

Die eindrucksvollen Erzählungen machen Geschichte für die Schüler unmittelbar erfahrbar und verdeutlichen die Folgen von Ausgrenzung, Gewalt und Unrecht. Gleichzeitig zeigen sie die Bedeutung von Zivilcourage, Verantwortung und demokratischen Werten in der Gegenwart auf.

Als wesentlicher Bestandteil dieser Erinnerungsarbeit besuchen alle vierten Klassen der HLW im Rahmen des Unterrichts die Gedenkstätten Mauthausen und Hartheim. Die Verbindung aus Zeitzeugengespräch und Gedenkstättenfahrt ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit und unterstreicht die große Bedeutung, die diese Bildungsarbeit an unserer Schule einnimmt.